Auf den Konzertbühnen in New York, Shanghai und Tokio, in Paris, Montreux, Rom und Amsterdam feiert das Publikum Max Raabe mit wahren Begeisterungsstürmen. Das internationale Publikum stört es auch nicht, das Max Raabe deutsche Texte vorträgt – seine Kunst ist eben grenzenlos. Zur Musik von Max Raabe braucht man nicht viel zu sagen, die Stücke sprechen für sich. Sie entstanden zum größten Teil gegen Ende der Weimarer Republik. In dieser experimentierfreudigen, widersprüchlichen Zeit schrieben Komponisten wie Friedrich Hollaender, Theo Mackeben, Mischa Spoliansky, Walter Jurmann und Werner Richard Heymann ihre Melodien. In ihren Liedern und Schlagern verdichtete sich innerhalb weniger Takte das Lebensgefühl der Zeit. Manche ihrer Kompositionen entstanden über Nacht und wurden tags darauf in ganz Berlin gepfiffen.

Viele wurden Evergreens, über alle Abgründe der Zeit hinweg. Max Raabes Kunst besteht vor allem darin, neben der musikalischen Kraft und Vielschichtigkeit dieser Lieder ihre schillernd intelligente Mehrdeutigkeit zu offenbaren: Zwischen Melancholie und Ironie, Rebellion und Resignation, Elegie und Komik liegt oft nur ein halber Takt, manchmal ein einziger Ton, ein bloßes Wort, eine Silbe. Raabe ist ihr vorzüglichster Interpret. Der Sänger mit der betörend sanften Stimme und sein Pianist Christoph Israel tragen die Kompositionen mit einer derart schnörkellos präzisen und zugleich aufregend präsenten Perfektion vor, das die 80 Jahre alten Lieder so frisch und lebendig klingen wie am ersten Tag. Es sind deshalb keine bloßen Remakes, sondern herrliche Neuinterpretationen, die das zeitlos Moderne dieser genialen Werke offerieren.